Fakten
Eine BR Produktion
Reporterin: Steffi Illinger
Redaktion: Sabine Reeh
Story
Traditionsbewußt, heimatverbunden, schwul
Eine ganz normale Volkstanzgruppe aus Bayern
Ob "Watschentanz", "Holzhacker" oder "Mühlradl" - die zünftigen Münchner Plattler-Burschen studieren ausdauernd, diszipliniert und mit Hingabe alpenländische Volkstänze ein.
Während für sie die Freude am Tanz im Vordergrund steht, stören sich viele organisierte Brauchtumspfleger vor allem an ihrer sexuellen Orientierung. "Nur anständige Menschen dürfen Schuhplattler tanzen. Schwule sind keine anständigen Menschen", hat ein anonymer Zeitgenosse ein Tanzvideo der Truppe auf "you tube" kommentiert und damit zusammen gefasst, was viele Trachtler und Traditionalisten immer noch denken oder sogar offen sagen. Der Vorsitzende der Bayerischen Trachtenverbände, Otto Dufter, drückt es so aus: "Das trifft das Herz des Urbayern und ist einfach irgendwo atypisch. Das gehört sich nicht, und das hat auch der Schuhplattler nicht verdient, dass er für so was missbraucht wird."
Die Schwuhplattler selbst können nicht nachvollziehen, warum ihnen diese Feindseligkeit entgegen schlägt. Sie denken bayerisch, fühlen bayerisch und wollen diese Heimatverbundenheit zum Ausdruck bringen. Viele kommen vom Land, sind dort verwurzelt und wären in ihren Heimatdörfern, Trachtenvereinen und Kirchengemeinden geblieben, wenn Ablehnung und Diskriminierung dies nicht erschwert hätten.
Das BR-Team begleitete "D'Schwuhplattler" zwischen Oktoberfest, Christopher Street Day Parade und ihrem Alltag.
